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Interview Eric Mayer

Im Experteninterview, das im Newsletter der Stiftung Rechnen erscheint, berichten Matheexperten aus erster Hand über aktuelle Themen rund ums Rechnen. 

Ausgabe November 2017

Als Moderator und Reporter hast du für die ZDF-Sendung „pur+“ schon viele spannende Reportagen machen dürfen. Welche Erlebnisse sind dir dabei besonders im Gedächtnis geblieben?

Also ich stell mir das ungefähr so vor: Irgendwo in meinem Kopf stehen zwei große Boxen, gefüllt mit den Erinnerungen an die tollsten  PUR+ Drehs. Auf der einen steht „extreme Situationen“ und auf der anderen „unvergessliche Menschen“. Das sind die zwei Kategorien, in die ich die einprägsamsten Drehs einsortieren kann. In der ersten Box steckt zum Beispiel das Tauchen mit Haien im Atlantik, das 48-Stunde-Schlafentzug-Experiment, der Besuch in der Massentierhaltung oder das eigenhändige Einfangen eines Krokodils in Afrika. In der zweiten die Schäferin aus Mecklenburg Vorpommern mit syrischen Flüchtlingen in ihrer Unterkunft oder der Elefantenretter aus Thailand. Ich hab da einen richtigen Schatz angesammelt und freue mich, den mit meinen Zuschauern teilen zu dürfen.

Welche Reportage möchtest du unbedingt noch machen?

Ach, es gibt noch so viel zu entdecken auf der Welt. Wahnsinnig interessieren würde mich das ewige Eis, die Antarktis. Irgendwie fasziniert mich diese menschenfeindliche, aber ja auch friedliche Umgebung seit ich denken kann.

Du bezeichnest dich selbst als „Berufsklugscheißer und Einfacherklärer“ – wie wird man das?

Haha, ja, meine Freunde rollen schon manchmal mit den Augen, wenn ich wieder was besser weiß und „klugscheiße". Aber das bringt mein Job als „Stuntman des Wissens“ halt mit sich. Ich habe unter anderem Medienwissenschaften studiert und während des Studiums beim Radio gearbeitet. Zum ZDF kam ich dann ganz klassisch über ein Casting. Zwar wurde ich erst mal nicht genommen, aber meine Bewerbung lag dann wohl auf irgendeinem Schreibtisch rum. Und als bei PUR+ ein Moderator gesucht wurde, haben die mich noch mal eingeladen. Und es hat geklappt. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Als der Redaktionsleiter anrief und mir die gute Nachricht durchgab, stand ich gerade auf der Straße und hab vor Glück laut geschrien.

Mit dem Physiker und Wissenschaftskabarettisten Vince Ebert, der ebenfalls Mathe-Botschafter ist, stehst du seit drei Jahren mit der Wissensshow „Schlau hoch 2“ auf den Theaterbühnen Deutschlands. Was ist die besondere Herausforderung dieses Programms?

Für mich war die Herausforderung vor allem erst mal, vor einem großen Live-Publikum zu stehen und ein mehr oder weniger vorgegebenes Bühnen-Drehbuch auswendig zu lernen. Bei PUR+ arbeite ich ja ganz anders, ich bin als Journalist zwar gut vorbereitet, aber vieles ist spontan und ergibt sich aus den Situationen. Und ich sehe die Zuschauer bei den Dreharbeiten ja nicht. Vor der ersten Live-Show mit Vince hatte ich sowas von Muffensausen! Mittlerweile macht es mir so viel Spaß, dass ich nicht mehr drauf verzichten will.

Du bist bereits Botschafter der Stiftung Lesen. Jetzt dürfen wir dich auch als Mathe-Botschafter der Stiftung Rechnen begrüßen, worüber wir uns sehr freuen. Wofür möchtest du dich besonders engagieren?

Mir ist wichtig, dass Mathe aus dieser „ist ja nur was für seltsame Strebertypen“-Ecke rauskommt. Das ist heute zwar schon viel besser als noch zu meiner Schulzeit, da habt ihr von der Stiftung Rechnen in den vergangen Jahren auch einen großen Teil zu beigetragen. Aber trotzdem ist es noch oft so, dass Leute mit den Augen rollen, wenn einer erzählt, er hat Mathe-Leistungskurs. Liegt vielleicht ein bisschen daran, dass viele unbewusst Angst davor haben, Mathe sei so hochwissenschaftlich und lebensfremd, dass sie davon eh nix verstehen. Aber dem ist ja nicht so, Mathe kann total Spaß machen. Und man muss ja auch nicht gleich Mathe-Professor werden. Mit Euch zusammen will ich zeigen: Mathe bringt jedem was!

Zum Schluss noch ein Satz zum Vervollständigen: Die Welt ohne Mathematik wäre …

... zwar immer noch die Welt, aber wir Menschen hätten keinen blassen Schimmer von ihr.